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Industriechemikalien und Raffinerieprodukte.

Die Verschiebung der Wachstumsmärkte nach Südostasien, die Volatilität des Ölpreises sowie wirtschaftlich und politisch bedingte Schwierigkeiten in unseren Hauptabsatzmärkten belasteten zwar das Ergebnis, die Volumina in den Bereichen Flüssiggas und Chemieprodukte konnten im Vergleich zum Vorjahr aber gesteigert werden.

2016 war weltweit ein durchwachsenes Jahr für die chemische Industrie. Die Branche befindet sich in einem Umbruch mit einer Verschärfung des internationalen Wettbewerbes für europäische Firmen, speziell wegen stagnierender Investitionen in Europa, einer Verschiebung von Wachstumsmärkten nach Südostasien sowie die Globalisierung und Forcierung der Digitalisierung der Wertschöpfungsketten.

Trotz des turbulenten weltweiten wirtschaftlichen und politischen Umfeldes konnte der Bereich Chemie im ersten Quartal 2016 sein Wachstum moderat fortsetzen, verlor aber in den folgenden Quartalen weiter an Dynamik, speziell im Kunststoffbereich. Vor allem die politischen Turbulenzen in Lateinamerika und im Nahen Osten sowie die Abwertung der Währungen in einzelnen Märkten schlugen sich auf die Bonität unserer Kunden nieder und in Folge auf unsere Margen.

Bedingt durch die Volatilität des Ölpreises sorgte das erste Quartal des Jahres für Nervosität speziell im Bereich Flüssiggas, insbesondere als Mitte Jänner 2016 die historische Marke von 30 USD unterschritten wurde. Der ab Sommer anhaltende Tiefstand der Petrochemie führte zu erhöhter Verfügbarkeit von Ware bei den Raffinerien. Diese Situation konnten wir gut für eine erfolgreiche Arbitrage in West- und Südosteuropa nutzen, unterstützt auch durch unsere flexible und schnelle Waggonlogistik. Damit schlossen wir das Gesamtjahr im Bereich Flüssiggas zufriedenstellend ab: 10% mehr abgesetzte Menge als 2015.

Im Kunststoffbereich verlangsamte sich nach einer sehr motivierenden Marktstimmung im ersten Quartal die Geschäftsaktivität ab Frühling, bedingt durch den enormen Preisverfall bei Standard-Thermoplasten. Die ab Ende Sommer attraktive Ethylene-Naphtha Preiskonstellation konnten die Kunststoffproduzenten auch nicht nutzen: hohe Lagerstände bei Großhändlern und schwache Nachfrage am Markt zwangen viele Hersteller, weitere Kapazitäten stillzulegen. Die Lage blieb damit auch für uns extrem herausfordernd vor allem am europäischen Markt, der Ende des Jahres die weltweit niedrigsten Preise für Kunststoffgranulate zu verzeichnen hatte. Der Absatz in unseren Hauptmärkten in Lateinamerika wurde wirtschaftlich und politisch bedingt erschwert und auch die politischen Ereignisse in der Türkei verursachten zunehmende Zahlungsschwierigkeiten, die unser Gesamtergebnis im Kunststoffbereich belasteten.

Die Marktentwicklung im Bereich der anorganischen Chemieprodukte war, im Unterschied zu Flüssiggas und Kunststoffen, robuster. Nichtdestotrotz gab es auch bei dieser Produktgruppe konjunkturbedingte, jedoch moderate Preisrückgänge und Volumenengpässe. Nicht nur die 25 % Volumensteigerung im Vergleich zum Vorjahr, sondern auch die Eröffnung neuer Potenziale für das kommende Jahr im Bereich der anorganischen Grundchemikalien ergeben die nachhaltige Grundlage für ein solides zukünftiges Wachstum.

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