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Industriechemikalien und Raffinerieprodukte.

Der Preisverfall von Kunststoffen und die Schließung von Chlor-Alkali-Anlagen haben zu einer eher verhaltenen Marktstimmung geführt. Der Flüssiggasbereich war mit einer Verknappung von Verfügbarkeiten konfrontiert.

Im Jahr 2017 war die chemische Industrie im Wesentlichen zwei Marktbedrohungen ausgesetzt: Einerseits handelte es sich um den Preisverfall bei den Standardkunststoffen als Folge der für die 2. Jahreshälfte geplanten Erhöhung von Produktionskapazitäten in den USA. Das zweite Ereignis war die Schließung von rund 20 % der europäischen Chlor-Alkali Anlagen, verursacht durch EU-Umweltregulierungen, Ende 2017.
Als Folge war die Marktstimmung eher verhalten. Unsicherheit wird zur neuen Normalität in der chemischen Industrie.
Unkonventioneller Rohstoffeinsatz in Asien, der Rückgang der Wettbewerbsfähigkeit im Mittleren Osten durch Mengenreduktionen und hohe Preise bei Ethan sowie die Wiederbelebung der chemischen Industrie in den USA durch Schiefergas prägen und verändern das gesamte Geschäftsfeld seit 2016. Zusätzlich haben es Merger der großen Chemiekonzerne in umkämpften Märkten mit geringerem Wachstum ermöglicht,Technologien zu akquirieren und Produktportfolien zu erweitern. Diese Trends haben sich 2017 fortgesetzt und werden auch im Jahr 2018 die chemische Industrie weltweit verändern.

Im Flüssiggas-Bereich waren die Preise äußerst volatil, obwohl der Rohölpreis bis Ende Oktober in der Bandbreite von 50-60 USD schwankte. Das ansteigende Wirtschaftswachstum führte zu verstärktem Bedarf der Petrochemie. Aufgrund geplanter aber auch einiger ungeplanter Produktionsunterbrechungen mitteleuropäischer Raffinerien war die Lage im Sourcing, speziell im ersten Halbjahr 2017, sehr angespannt und führte zu einer extremen Verknappung von Verfügbarkeiten. Ab Mitte des Jahres kam das Geschäft wieder in Bewegung und die fehlenden Mengen konnten fast zur Gänze in der zweiten Jahreshälfte kompensiert und vor allem in Osteuropa vermarktet werden.
Während das geplante Geschäftsvolumen beinahe realisiert werden konnte, standen die Margen hingegen extrem unter Druck, bedingt durch den Ausfall von Mengen zu Beginn der Hauptsaison im zweiten Quartal sowie gestiegenen Logistikkosten in diesem Zeitraum.

Das 1. Quartal 2017 brachte eine kurze Erholung im Kunststoff-Bereich. Ab dem 2. Quartal wurde die Marktstimmung wieder pessimistischer, bedingt durch die hohen Lagerbestände vieler Händler. Dieses Überangebot des Marktes in ganz Europa führte vor allem bei Standardpolymeren zu einer massiven Preissenkung. Dadurch erreichten die Preise aller Polyethylen-Typen neue Tiefststände seit 2013. Neue EU-Richtlinien für die Verringerung des Verbrauchs von Plastiksäcken und die Bedrohung der aus den USA kommenden Kunststoffmengen verstärkten die Flaute des Marktes bis Ende des Jahres. Die Naturkatastrophe in der Region von Houston/USA im Herbst 2017 hatte eine Verschiebung der geplanten Inbetriebnahme der neuen Produktionskapazitäten zur Folge. Trotzdem blieben die Marktpreise und die Kaufbereitschaft auf niedrigem Niveau.

Im Bereich der anorganischen Chemieprodukte war der Markt als Folge der neuen umwelttechnischen Anforderungen im Chlor-Alkali Bereich von rasanten Preiserhöhungen und Mengenengpässen bei Natronlauge geprägt. Nichtdestotrotz war die Entwicklung robust und dank guter und langjähriger Lieferanten- und Kundenbeziehungen konnten wir mit dieser Produktgruppe eine deutliche Ergebnissteigerung im Vergleich zum Vorjahr erreichen.

Trotz eines weltweit turbulenten Umfeldes in allen Produktbereichen konnte die Chemie-Abteilung der VAIT im Finanzjahr 2017 eine Ergebnisverbesserung erzielen. Das Erschließen von neuen, regelmäßigen und verlässlichen Lieferquellen, sowie die Erweiterung unseres Kundenstammes bleibt auch im Jahr 2018 der Schwerpunkt unserer Aktivitäten.

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