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Stahl.

Die Preisentwicklung von Stahlprodukten verlief nach einem starken Anstieg zu Jahresbeginn und einer massiven Korrektur zu Beginn des 2. Quartals unspektakulär. In Europa und in den USA waren verstärkt Importrestriktionen zum Schutz der heimischen Wirtschaft festzustellen.

Im Jahr 2016 wurden weltweit 1.628 Mio. mt Rohstahl produziert. Im Vergleich zum Jahr 2015 ist die Rohstahlproduktion um weniger als 1 % gestiegen. Wie bereits in den Jahren davor beträgt der Anteil der chinesischen Produzenten 50 % der weltweiten Stahlerzeugung. Somit führt China nicht nur bei der Stahlproduktion, sondern auch bei den Exporten, welche wie bereits 2015 die magische Grenze von 100 Mio. mt überschritten.

Das chinesische Neujahr hat eine massive Preisspirale nach oben eingeleitet. In nur zwei Monaten sind die Preise für Stahlknüppel um 100 USD/mt (ca. 40 %) gestiegen. Diese Hausse dauerte nur zwei Monate an und wurde bereits Mitte April mit einer massiven Preiskorrektur nach unten beendet. Die weiteren Monate verliefen in Bezug auf Preisentwicklung eher unspektakulär, bevor sich Ende September eine neuerliche Preisspirale nach oben zu drehen begann, die bis Dezember angehalten hat. Diese Preisentwicklung der Stahlprodukte hatte ihre Ursache in Engpässen bei metallurgischer Kohle, wo sich der Preis innerhalb relativ kurzer Zeit vervierfachte. Der Preis für metallurgische Kohle ex Australien ist auf über 300 USD angestiegen und erreichte somit einen 5-Jahres-Höchststand.

Das Jahr 2016 war jedoch nicht nur durch teils irrationale Preisentwicklungen gekennzeichnet, sondern es konnten auch Veränderungen in der Globalisierung vermehrt festgestellt werden. Die nationale Konzentration ist viel stärker in den Vordergrund gerückt als in den vorangegangen Jahren und dies führte sowohl in Europa als auch in den USA zu Importrestriktionen.

Im Jahr 2016 musste sich die chinesische Regierung 21 Fällen von Handelsbeschränkungen widmen. Diese Tendenz wird sich auch im Jahr 2017 fortsetzen. Schon aufgrund der geographischen Lage ist es verständlich, dass China einen immer größeren Einfluss auf das Käuferverhalten in den asiatischen Märkten hat. Nach unserer Meinung können die asiatischen Märkte schon beinahe als „Home Market“ für die chinesischen Produzenten bezeichnet werden. Schon aufgrund der Frachtkomponente ist es für andere Produzenten immer schwieriger, Stahlmengen in diesen Märkten abzusetzen.

Wenn auch China für die VAIT im Jahr 2016 eine der wichtigsten Lieferquellen war, sind die Verkäufe in den asiatischen Nachbarländern mengenmäßig zurückgegangen. Resultierend daraus fokussierten wir uns auf Märkte im Nahen und Mittleren Osten sowie auf Afrika.

Die USA war einer der wichtigsten Verkaufsmärkte im Jahr 2016, wobei sowohl die Menge als auch die Gewinnsituation äußert zufriedenstellend war. Obwohl wir in unserem Büro in Houston personelle Veränderungen vornehmen mussten, ist es uns sehr gut gelungen, unseren Marktanteil zu halten. Auch in den USA gibt es Tendenzen für Countervailing und Antidumpingmaßnahmen, vor allem gegen den Import von Betonstahl. Betroffene Länder sind Japan, Taiwan und die Türkei. Somit gibt es eine gewisse Unsicherheit über die weitere Entwicklung unseres Betonstahlgeschäftes für das kommende Jahr.

Eine starke Veränderung sehen wir im Iran, welcher verstärkt beachtliche Mengen für den Export zur Verfügung hat. Bemerkenswert ist die derzeitige Rohstahlproduktion von ca. 27 Mio. mt und das Ziel der iranischen Produzenten, diese Menge bis in das Jahr 2025 auf 55 Mio. mt zu erhöhen. Iran führt die weltweite Liste der DRI-Produzenten mit einer Produktion von über 16 Mio. mt an, hat somit Indien bereits überholt und wird weiterhin auf der Überholspur verbleiben. Im letzten iranischen Jahr März – Dezember 2016 exportierte der Iran über 4 Mio. mt an fertigen und halbfertigen Stahlprodukten, was eine Steigerung um 50 % gegenüber dem Jahr 2015 darstellt. Nicht nur die Golfregionen aufgrund ihrer geographischen Lage, sondern auch Märkte in Asien sind die bedeutendsten Absatzmärkte für die iranischen Produkte. Trotz Aufhebung internationaler Sanktionen stellt der Zahlungsverkehr bei den iranischen Warenströmen noch immer eine Herausforderung dar.

Auch im abgelaufenen Jahr war die Türkei einer unserer wichtigsten Märkte. Vor allem die Absatzmenge von Knüppeln konnte gesteigert werden, die im ersten Halbjahr vor allem aus China geliefert wurden. Im 2. Halbjahr wurden diese Volumina durch Russland und
Ukraine ersetzt. Die Türkei ist jedoch nicht nur einer unserer wichtigsten Absatzmärkte, sondern beheimatet auch Produzenten von Betonstahl für die USA. Neben UAE zählen die USA zu den wichtigsten Exportmärkten für Betonstahl und wir haben eine enge Partnerschaft mit den bedeutendsten Produzenten. Die Auswirkung der Abwertung der türkischen Lira werden wir erst im Jahr 2017 verfolgen können.

Bereits in den Jahren 2014 und 2015 wurden die Golfstaaten als neue Zielmärkte definiert, da sich eine Erhöhung der Importmengen abgezeichnet hat. Sowohl in UAE als auch in Saudi-Arabien konnten wir unsere strategischen Ziele erreichen und sind mit der Geschäftsentwicklung generell zufrieden. Einige Probleme verursachte zu Beginn des Jahres die Performance der chinesischen Werke, welche wir aufgrund unserer engen Kooperation mit den Lieferanten und Abnehmern zufriedenstellend lösen konnten. Wir beabsichtigen die Intensivierung der Zusammenarbeit mit Abnehmern in UAE, vor allem für Lieferungen von Billets.

Auch unser Absatz und die Präsenz am afrikanischen Kontinent, welche schon vor einiger Zeit als strategische Neuausrichtung definiert wurden, zeigen erste Früchte. Obwohl wir in einigen Ländern Ostafrikas noch nicht die definierte Zielmenge erreicht haben, erfreuen die Ergebnisse. Im Jahr 2017 werden wir unsere Präsenz weiter ausbauen, welche uns aufgrund des stetig steigenden Stahlbedarfs langfristig eine stabile Marktpräsenz sichern soll.
Obwohl wir im Nahen Osten eine Verbesserung der politischen Lage erwartet haben, hat die Instabilität angehalten, welche uns hinderte, entsprechendes Geschäftsvolumen aufzubauen. Wir hoffen weiterhin auf eine Verbesserung im Jahr 2017, um auch in diesen Märkten verstärkt tätig zu werden.

Vor allem Rohstoffe wie Schrott und Rohstahl zählten im Jahr 2016 zu den Kernbereichen unseres Tradings. Sowohl Mengen als auch Ergebnisse aus den Lieferungen von Schrott ex Russland konnten erhöht werden. Trotz des sehr volatilen Marktes ist es uns gut gelungen, die Marktentwicklung entsprechend einzuschätzen, was eine kontinuierliche Abnahme zur Folge hatte. Hauptabsatzmärkte waren die Türkei und Griechenland. Die Lieferungen von Eisenerz aus dem Iran waren eher problematisch und wir konnten unsere Ziele nicht realisieren. Da jedoch der Handel mit Rohstoffen zu unseren Kernkompetenzen zählt, wollen wir neue Möglichkeiten von Eisenerzexporten aus Indien wahrnehmen und eine engere Kooperation mit unserem indischen Partner eingehen.

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