Tel.: 0043.732.7804.0 | Fax: 0043.732.7804.355 | E-Mail: vait@vait.com

Das Jahr 2017 war durch kontinuierliche Preisanstiege für alle Produkte gekennzeichnet, verursacht durch eine starke Nachfrage nach Rohstoffen. Es ist zu erwarten, dass Importrestriktionen der USA auch in den nächsten Jahren anhalten werden. Die Exportvolumina aus China sind stark zurückgegangen und es ist mit einer stärkeren Präsenz Chinas in den asiatischen Märkten zu rechnen.

Im Jahr 2017 wurden weltweit 1.700 Mio. mt Rohstahl produziert. Im Vergleich zum Jahr 2016, welches zum Teil durch irrationale Preissprünge begleitet wurde, ist dieses Jahr von einem kontinuierlichen Preisanstieg für alle Produkte dominiert worden. Diese Entwicklung begann im zweiten Quartal und dieser Trend hat sich bis Ende 2017 ohne nennenswerte Preisrückgänge fortgesetzt. Ausgegangen ist diese Entwicklung von einer massiven Nachfrage nach Rohstoffen, begleitet von einer Verknappung bei Elektroden. Der Preis für Elektroden hat sich mehr als verdoppelt. Dieser eklatante Anstieg hatte Auswirkungen auf die Produktionskosten und hat die Preisspirale weiter nach oben getrieben. Signifikant waren auch die Preise für Eisenerz, welche die magische Marke von 90 USD CFR China überschritten haben. Eine ähnliche Entwicklung konnten wir auch bei Schrott ex USA beobachten, wobei auch Quotierungen über 360 USD CFR Türkei Abnehmer gefunden haben. Wie bereits in den Jahren zuvor, konnten wir eine weitere Abschottung durch Antidumpingmaßnahmen feststellen, und es ist zu erwarten, dass diese Restriktionen zum Schutz der lokalen Produzenten auch in den nächsten Jahren anhalten werden. Obwohl diese Maßnahmen zu Beginn vor allem gegen chinesische Lieferanten initiiert wurden, spannen sich diese zwischenzeitlich über den gesamten Globus.

Wie bereits in den Jahren zuvor war China einer der wesentlichen Märkte mit signifikantem Einfluss auf unsere Handelsaktivitäten.
In diesem Zusammenhang ist nennenswert, dass die zehn größten chinesischen Stahlproduzenten im Jahr 2017 eine Menge von 307 Mio. mt Stahl produzierten. Bemerkenswert ist auch, dass die Exporte aus China im Jahr 2017 um ca. 35 % auf ein Exportvolumen von ca. 75 Mio. mt zurückgegangen sind. Obwohl China eine unserer Hauptlieferquellen war, ist in den letzten Jahren der Anteil an Zukäufen zurückgegangen. Vor allem Warenströme von Halbzeug in Märkte außerhalb Asiens sind fast gänzlich zum Erliegen gekommen. Ob die Tendenz anhält, dass China seine Präsenz in den asiatischen Märkten verstärkt und gleichzeitig bei Lieferungen von Halbzeug weiter zurückgedrängt wird, bleibt abzuwarten.

War 2016 die USA noch einer unserer wichtigsten Absatzmärkte, so hat sich die Situation in diesem Jahr wesentlich geändert. Obwohl das Importvolumen in den USA auf 38 Mio. mt angestiegen ist, konnten wir mengenmäßig nicht an das Vorjahr anschließen. Grund dafür war die Initiative Section 232 „Investigation on the impact of steel imports on national security“. Die Entscheidung von Präsident Trump, im Rahmen der Investigation 232 kann Maßnahmen wie Importbeschränkungen, Importsteuern und Quotenregelung zur Folge haben. Konsequenterweise waren wir dadurch gezwungen, unsere Vermarktung von Betonstahl zu reduzieren. Da bis Mitte April 2018 eine Entscheidung von Präsident Trump zu erwarten ist, werden wir erst im 2. Quartal 2018 unsere Aktivitäten wieder verstärkt aufnehmen können.

Die Türkei war im abgelaufenen Jahr einer unserer bedeutendsten Handelspartner. In diesem Markt ist es uns gelungen, signifikante Mengen an Knüppel abzusetzen. Im Gegensatz zum Jahr 2016 erfolgten unsere Lieferungen jedoch nicht aus China, sondern waren dominiert von Produzenten in Russland und der Ukraine. Da die Türkei einer der wichtigsten Importmärkte für Schrott ist, hat das attraktive Preisniveau bei Schrott auch unsere Lieferungen von Knüppel begünstigt, und interessante Handelsspannen ermöglicht. Neben der Bedeutung der Türkei als Absatzmarkt sind die türkischen Produzenten eine unserer Hauptlieferquellen für Betonstahl in die USA, wobei aufgrund der bereits beschriebenen Problematik unsere Ziele nicht erreicht werden konnten.

Die Definition der Golfstaaten als Zielmärkte hat sich vor allem im Jahr 2017 in den Ergebnissen positiv ausgewirkt. Bei den Lieferungen in die Vereinigten Arabischen Emirate ist es uns gelungen, sich bei den Produkten breiter aufzustellen. Durch diese Diversifikation konnten somit auch neue Kundensegmente bedient werden. Weniger erfreulich verlief unser Geschäft in Saudi Arabien, wo unsere definierten Ziele nicht erreicht wurden.

Durch eine intensive Marktbearbeitung der afrikanischen Märkte waren wir in der Lage, sowohl mengenmäßig als auch ergebnismäßig zu wachsen. Vor allem in den Märkten Senegal und Benin konnten wir unsere Ergebnisse deutlich verbessern, da wir mit lokalen Partnern eine Lagerkooperation begonnen haben, welche es uns ermöglicht, in eine weitere Nische des Absatzmarktes vorzudringen. Wir werden daher auch im Jahr 2018 Afrika als potentiellen Markt definieren mit dem Ziel, eine weitere Lagerkooperation mit einem strategischen Partner aufzubauen.

Bei unseren Zukäufen von Schrott ex Rostov waren wir im 3. Quartal mit erheblichen Lieferverzögerungen konfrontiert, die schließlich in einem Betrugsfall endeten. Nichtsdestotrotz möchten wir die in den vorangegangenen Jahren gewonnene Erfahrung in Bezug auf den Schrotthandel nutzen, und sind mit neuen Partnern im Gespräch, die Exporte fortzuführen. Auch in der neuen Konstellation wird der Absatzmarkt Türkei eine wesentliche Bedeutung haben. Abhängig vom Frachtmarkt könnten auch Griechenland und Italien als Absatzmärkte beliefert werden.

Um die Chancen der Erweiterung unserer Geschäftsaktivitäten zu nutzen, wurde die Führung der Abteilung durch Nominierung von Dr. Wolfgang Aschauer verstärkt. Dies wird uns speziell bei Zukäufen in Osteuropa, dem Ausbau des Schrottgeschäftes und der Expansion in Vertriebsfunktionen in Ländern des afrikanischen Kontinents unterstützen.

nach oben